Wege in die Zukunft bei Leop. Siegle: Von der Verbesserung von Prozessen zum Kulturwandel

Das Co-Innovation Lab unterstützt die Leop. Siegle GmbH & Co. KG in Augsburg bei der Optimierung ihrer internen Prozesse und legt den Grundstein für weitere Digitalisierungsaktivitäten.

Virtuelle Abschlusspräsentation: Das Projektteam Martin Flöß (1. v. o.), Benedikt Fischer (3. v. o.) und Anara Abylova (5. v. o.) stellen Prof. Holger Günzel (2. v. o.), Christian Ultsch und Christopher Ultsch (3. v. o.) die Ergebnisse des Projektes vor

Mit mehreren Tausend unterschiedlichen Produkten hat das Unternehmen Leop. Siegle GmbH & Co.KG als mittelständischer Technischer Großhändler im Bereich von Gummi, Kunststoffen, Arbeits- und Umweltschutz einen sehr großen Lagerbestand. Zahlreiche Pakete kommen täglich in das Unternehmen und verlassen es wieder. Zur Verbesserung der internen Logistik werden in Unternehmen häufig Lagerverwaltungssysteme eingesetzt. Ein effizienter Einsatz ist nur dann möglich, wenn vorab bestehende Prozesse analysiert und optimiert wurden.

Die Leop. Siegle GmbH & Co. KG erwartet in der Digitalisierung ihrer Logistikprozesse und dem davon abgeleiteten Lagerverwaltungssystem einen großen Mehrwert. Aus diesem Grund arbeiteten Anara Abylova, Benedikt Fischer und Martin Flöß, drei Studierende der Hochschule München und Teil des Co-Innovation Lab, mit Coaching von Prof. Holger Günzel an der Optimierung der Warenprozesse. Schnell wurde klar, dass ein langfristig angelegtes Veränderungsmanagement notwendig wird, um den mit einer Digitalisierung einhergehenden Kulturwandel zu ermöglichen.


Die Lösungsvorschläge des Teams kamen bei Leop. Siegle positiv an. „Das Beraterteam hat hervorragende Arbeit geleistet. Durch die Arbeit des Teams haben wir jetzt nicht nur kurzfristige „Hands-On“ Lösungen, sondern auch eine langfristige Lösung, die uns definitiv weiterbringen wird“, zeigt sich Christian Ultsch, Mitglied der Geschäftsleitung begeistert. Das Beraterteam hat mit ihrem Projekt eine Basis geschaffen, auf der Leop. Siegle in Zukunft aufbauen kann. Auch Christopher Ultsch, Assistenz der Geschäftsleitung, ist mit dem Ergebnis zufrieden: „Lieferungen an unsere Kunden zu optimieren, das war unser Ziel! Wir sind hochzufrieden mit der Arbeit des Teams. Wir hatten eine sehr gute Zusammenarbeit und greifen auch in Zukunft gerne auf die Expertise des Co-Innovation-Lab zurück“.

Förderung von Digitalkompetenzen im Sozialwesen

Das Co-Innovation Lab entwickelt ein innovatives Kompetenzmodell zum Messen und Ausbauen von Digitalkompetenzen von Mitarbeitern für die Franziskuswerk Schönbrunn gGmbH.


Vorstellung der Projektergebnisse durch das Beraterteam des Co-Innovation Lab vor dem Kunden Franziskuswerk Schönbrunn im Dezember 2020. Teilnehmer von links oben nach rechts unten: Miriam von Meyeren (HM), Prof. Dr. Holger Günzel (HM), Johannes Bahl (Leiter Bildung und Beratung, Franziskuswerk Schönbrunn), Julian Speidel (HM), Sandra Pavleka (HM) und Thomas Raudzus (Leiter Organisationsentwicklung und IKT-Services, Franziskuswerk Schönbrunn) Fotografin: Miriam von Meyeren

Die durch digitale Technologien angestoßenen Veränderungsprozesse bieten Unternehmen sämtlicher Branchen eine Vielzahl an Optimierungsmöglichkeiten. Der Ausbau digitaler Lösungsansätze stellt gerade im Sozialwesen ein großes Potenzial für die effektivere Nutzung der begrenzten zeitlichen Ressourcen des Personals dar. Für die erfolgreiche Umsetzung von digitalen Lösungskonzepten spielen die Digitalkompetenzen der Mitarbeiter eine entscheidende Rolle. Das Sozialunternehmen Franziskuswerk Schönbrunn gGmbH möchte genau diese Kompetenzen innerhalb seiner Organisation mit einem Digitalkompetenzmodell und einem dazugehörigem innovativen Schulungskonzept ausbauen und hat zur Konzeptentwicklung das Beraterteam des Co-Innovation Lab beauftragt.

Digitalisierung administrativer Prozesse als Strategie für die Zukunft    
Das Franziskuswerk Schönbrunn ist eine gemeinnützige Einrichtung zum Wohnen, Lernen und Arbeiten für Menschen mit geistiger Behinderung. Seit der Gründung in 1861 durch Viktoria von Butler, liegt der Auftrag der dort arbeitenden Schwestern, Pflegekräfte und Mitarbeitern darin, Menschen mit Behinderung einen inklusiven und barrierefreien Sozialraum zu bieten. Die strategischen Ziele der Organisation umfassen für die Zukunft die Digitalisierung administrativer Prozesse durch die Verwendung digitaler Anwendungen, wie beispielsweise einem elektronischen Dokumentationssystem in der Betreuung und Verwaltung. Damit sollen Mitarbeiter in ihrem Arbeitsalltag entlastet und zeitliche Kapazitäten für die Bewohner der Einrichtung erhöht werden. Dafür bedarf es aus Sicht des Auftraggebers zunächst die Erfassung und den Ausbau digitaler Kompetenzen der Mitarbeiter durch ein kreatives Schulungskonzept, dass sich am Blended Learning Konzept orientiert.      

Mit einem agilen Kreativprozess zum maßgeschneiderten Kompetenzmodell zur Förderung digitaler Fähigkeiten von Mitarbeitern
Das Beraterteam bestehend aus Julian Speidel (Projektleiter), Sandra Pavleka (Beraterin) und Miriam von Meyeren (Beraterin) erhielt von den Auftraggebern des Franziskuswerk Schönbrunn Thomas Raudzus (Leiter Organisationsentwicklung und IKT-Services) und Johannes Bahl (Leiter Bildung und Beratung) die Zusage für den Projektauftrag. Basierend auf der Ausgangssituation, stellten die BeraterInnen des Co-Innovation Lab dem Kunden eine Konzeptidee vor. „Unsere Zusammenarbeit verlief pandemiebedingt dem Thema angemessen, rein digital (Webkonferenzen, digitaler Projektraum), hocheffektiv und trotzdem stets persönlich zugewandt“ erklärt Herr Thomas Raudzus vom Franziskuswerk Schönbrunn.

Aus der dreimonatigen Projektbearbeitung ging ein auf das Franziskuswerk Schönbrunn zugeschnittenes Digitalkompetenzmodell hervor, welches sich aus sieben Dimensionen und vier Kompetenzgraden zusammensetzt. Basierend auf dem Kompetenzmodell hat das Beraterteam einen Fragebogen entwickelt, mit dem der Auftraggeber die Kompetenzgrade der Mitarbeiter im Sinne einer Standortbestimmung ermitteln kann. Zum Ausbau der Digitalkompetenzen, wurden zusätzlich Anforderungsprofile erstellt, um Soll-Werte zu definieren. Mit einem entwickelten Tool kann der Auftraggeber in Zukunft eigenständig Abweichungsanalysen der Mitarbeiter-Digitalkompetenzen durchführen, um diese als Startpunkt für die Bestimmung der Lernpfade der Mitarbeiter zu verwenden. Mit dem ausgearbeiteten Schulungskonzept und den darin beinhalteten Schulungsformen, die sich nach Kompetenzgraden- und Stufen differenzieren, kann das Franziskuswerk Schönbrunn den Ausbau digitaler Kompetenzen seiner Mitarbeiter individuell fördern.

Die Zufriedenheit über die gelieferten Projektergebnisse lassen sich mit den Worten von Herrn Thomas Raudzus wie folgt beschreiben: „Unser Co-Innovation-Team lieferte passgenaue Konzepte, Werkzeuge und wertvolle Impulse für die Planung und Umsetzung eines PE-Konzeptes „Digitalkompetenzen“ für unser Unternehmen der Eingliederungshilfe. Wir werden sehr davon profitieren“. Als Dankeschön an das Beraterteam wurden Wichtel-Tonfiguren, die von Bewohnern in der Schönbrunner Werkstatt handgefertigt wurden, übergeben.

 
Wichtel-Tonfiguren des Franziskuswerk Schönbrunn. Fotografin: Sandra Pavleka

Reinigungskonzept für Abfallsammelfahrzeuge

Drei Studierende des Co-Innovation Lab der Hochschule München erarbeiteten für den Abfallwirtschaftsbetrieb München die Grundlagen für ein neues Reinigungskonzept der Abfallsammelfahrzeuge und präsentierten innovative Optimierungsansätze.

Die virtuelle Abschlusspräsentation des studentischen Beratungsprojektes (1. Reihe: Marcel Kintscher (HM), Gerald Stutz (AWM), Benedikt Klein (HM); 2. Reihe: Jinisha Patel (HM), Karin Falter (AWM))

Der Abfallwirtschaftsbetrieb München (www.awm-muenchen.de) ist jährlich für den Abtransport von über 400.000 Tonnen Abfall aus Münchner Haushalten verantwortlich. Um diese gigantische Abfallmenge bewältigen zu können, sind tagtäglich bis zu 155 Abfallsammelfahrzeuge im Einsatz. Der AWM ist für ein sauberes München verantwortlich. Wie werden jedoch diese äußerst wichtigen Abfallsammelfahrzeuge sauber gehalten? Diese Frage ist besonders relevant im Kontext der jährlich zunehmenden Anzahl an durchgeführten Müllfuhren und den damit einhergehenden Bedarf an Fahrzeugreinigungen, die jedoch auf eine gleichbleibende Kapazität in den eigenen Waschhallen stoßen.

Richtlinien und Empfehlungen für die optimale Reinigung

Der AWM und das Co-Innovation Lab der Hochschule München arbeiteten im Rahmen eines Beratungsprojektes im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2020 zusammen. Der Auftraggeber AWM wurde durch die Projektpartner Karin Falter (Projektleiterin) und Gerald Stutz (Geschäftsbereichsleitung Innovationen und Projekte) repräsentiert. Das studentische Beratungsteam bestand aus den Masterstudierenden Jinisha Patel (Digital Technology Management), Marcel Kintscher und Benedikt Klein (beide Applied Business Innovation), welches von Prof. Dr.-Ing. Holger Günzel unterstützt wurde. Im Rahmen des Projektes wurde ein neues Reinigungskonzept für die Abfallsammelfahrzeuge der AWM Flotte entwickelt, welches detaillierte Richtlinien und Empfehlungen zur Reinigung der Fahrzeuge beinhaltet. Der Fokus liegt hierbei auf der Erhöhung der aktuellen Anzahl an Pflegereinigungen pro Fahrzeug sowie der effizienteren Ausnutzung der vorhandenen Kapazitäten in den AWM Waschhallen.

Innovative Ansätze zur Digitalisierung

Durch die Entwicklung diverser innovativer Ansätze durch das Beraterteam können zukünftig die Prozessabläufe weitergehend optimiert werden. Unter anderem wurde ein Entwurf für eine App erstellt, die den kompletten Reinigungsprozess digital abbildet und unterstützt. Hierdurch wird eine solide Datengrundlage geschaffen, die als Entscheidungshilfe für zukünftige Prozessanpassungen dienen kann.

Entwurf “Click & Clean”

Die Grundlage für Veränderung wurde geschaffen

Nach Aussage von Gerald Stutz (Geschäftsbereichsleitung Innovationen und Projekte) wurde durch die Zusammenarbeit mit dem Co-Innovation Lab eine hervorragende Basis für die Optimierung des bestehenden Konzeptes geschaffen: „Die gemeinsame Arbeit am Projekt `Erstellung eines Reinigungskonzeptes für Abfallsammelfahrzeuge des AWM´ mit dem Co-Innovation Lab der Hochschule München war sehr konstruktiv und spannend. Die Studierenden identifizierten die derzeitigen Prozesse und Schwachstellen, nahmen Anforderungen für eine Prozessoptimierung auf und lieferten neue Ideen für die Reinigung von Abfallsammelfahrzeugen. Der AWM wird das vorgestellte Konzept prüfen und als Grundlage für die Planung und Umsetzung seines neuen Reinigungskonzeptes verwenden.“

Automatisch sauber!

In Zusammenarbeit mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) haben Studierende der Hochschule München im Rahmen des Co-Innovation Lab einen Business Case entwickelt, um die manuelle Reinigung von mobilen Abfallpressen zu automatisieren.

Mobile Abfallpressen sind aus den deutschen Abfallwirtschaftsbetrieben nicht mehr wegzudenken. Sie werden nicht nur an Wertstoffhöfen, sondern auch zu Großevents wie dem Oktoberfest eingesetzt. Der Vorteil dieser Pressen ist, dass Abfälle und Wertstoffe effizienter verdichtet werden können. Durch die Platzersparnis bei der Lagerung und Transport kann eine wirtschaftliche und umweltfreundliche Entsorgung ermöglicht werden.

Im Rahmen des Projektes kooperierte das Beratungsteam des Co-Innovation Lab der Hochschule München mit “Kea Robotics” . Das Startup der Technischen Universität München (TUM) hat sich auf die Entwicklung von modularen Robotern spezialisiert. Eine Automatisierung des Reinigungsprozesses würde die Mitarbeiter des Entsorgungsdienstleisters AWM entlasten, da der Roboter die manuelle, sich wiederholende und körperlich anstrengende Reinigung mithilfe eines Hochdruckreinigers übernehmen würde.

Gerald Stutz (Leiter Innovationen und Projekte bei AWM) zeigte sich überaus zufrieden über die Zusammenarbeit mit dem Co-Innovation Lab und den erarbeiteten Ergebnissen des Projekts: „Technische, organisatorische sowie betriebswirtschaftliche Aspekte wurden intensiv beleuchtet. Dadurch stellt das Arbeitsergebnis eine gute Grundlage für weitere Planungen in diesem Bereich dar.

In Zusammenarbeit mit Gerald Stutz und Roman Hölzl (Mitgründer & Geschäftsführer von Kea Robotics), erstellten die drei studentischen Berater des Co-Innovation Lab Amel Fazlovic, Philipp Rathke und Florian Zinsbacher – mit Coaching von Prof. Holger Günzel – eine Entscheidungsvorlage, das AWM aufzeigt, ob die Roboter für den Einsatz im Reinigungsprozess geeignet sind. Die Entscheidungsvorlage bestätigte eine grundsätzliche technische Umsetzbarkeit und zeigt finanzielle Kostenvorteile auf, welche durch die Automatisierung des Prozesses erzielt werden können.

Rechtsanwaltskanzlei 4.0: Vom Digital Learner zum Digitalisierungsexperten

Studentische Berater des Co-Innovation Lab der Hochschule München ermitteln den digitalen Status quo der Haidl Funk Rechtsanwälte GbR anhand eines eigens entwickelten Reifegradmodells und leiten Handlungsempfehlungen für eine optimale Zukunftsausrichtung der Rechtsanwaltskanzlei ab.

Megatrend Digitalisierung als Treiber für Veränderungen
Die Digitalisierung nimmt in allen Industrien, Unternehmen und Organisationen einen immer höheren Stellenwert ein – so auch im Rechtsbereich. Der Einsatz von LegalTech, die elektronische Akte und die Auswirkungen des E-Justice, elektronischen Rechtsverkehrs, werden insbesondere in Zeiten der Covid-19-Pandemie in der Branche mehr denn je diskutiert. Auch die Haidl Funk Rechtsanwälte GbR in Ingolstadt, nimmt die zunehmende Relevanz des Megatrends und den daraus hervorgehenden Handlungsbedarf verstärkt wahr. Um den digitalen Anforderungen gerecht zu werden, wurden die studentischen Berater des Co-Innovation Lab mit der Zielstellung beauftragt, den digitalen Reifegrad der Kanzlei zu ermitteln sowie Handlungsempfehlungen für eine optimale Zukunftsausrichtung der Rechtsanwaltskanzlei, wie etwa durch die Digitalisierung der Mandantenkommunikation, auszuarbeiten.

Digitales Reifegradmodell für Anwaltskanzleien erstellt durch das Beraterteam des Co-Innovation Lab

Berater ebnen Rechtsanwaltskanzlei den Weg zum Digitalisierungsexperten
Für die Bestimmung des digitalen Status quo der Rechtsanwaltskanzlei wendeten die drei Masterstudierenden des Studiengangs Applied Business Innovation – Yvonne Gutmann, Sarah Heimerl und Manuel Steinwand mit Coaching von Prof. Dr. Holger Günzel ein digitales Reifegradmodel für Rechtsanwaltskanzleien an.

Das Reifegradmodell wurde von den Studierenden entwickelt und speziell auf die Charakteristika des Rechtswesens zugeschnitten. Mittels der Definition von acht Betrachtungsdimensionen und vier Reifegradebenen war es den Beratern des Co-Innovation Lab möglich eine realistische Einordung der Haidl Funk Rechtsanwälte GbR durch ein Self-Assessment vorzunehmen. „Die Zusammenarbeit mit dem Co-Innovation Lab war ein voller Erfolg und für die Kanzlei sehr gewinnbringend“, betonte der Auftraggeber, Dr. Haidl. Die Ergebnisauswertung, welche die auftraggebende Kanzlei als Digital Learner der zweiten Reifegradebene auswies, wurde durch eine Benchmark-Analyse ergänzt. So konnte der digitale Reifegrad der Rechtsanwaltskanzlei mit ausgewählten Wettbewerbern verglichen werden.

Zur Schließung der identifizierten Digitalisierungslücken wurden abschließend Handlungsempfehlungen ausgesprochen, welche der Rechtsanwaltskanzlei den Weg zum Digitalisierungsexperten ebnen. Der Auftraggeber, Dr. Haidl, zeigte sich äußerst zufrieden mit den Ergebnissen des Projektes und entschied sich dazu die Empfehlungen des Beraterteams bereits im nächsten Quartal umzusetzen: „Das Projektteam hat auf ebenso sympathische wie kompetente Weise eine klare Bestandsanalyse und darauf aufbauend einen umfassenden Lösungsansatz präsentiert, der sich bereits in der Umsetzung befindet. Kurzum: eine uneingeschränkt tolle Leistung!

Virtuelle Abschlusspräsentation (v.l.n.r. 1. Reihe: S. Heimerl (HM), M. Steinwand (HM); 2. Reihe: Y. Gutmann (HM), Dr. H. Günzel (HM); 3. Reihe: Dr. H. Haidl & Kollegen (Haidl Funk Rechtsanwälte GbR)

Altglascontainer mit smarter Zukunft

Sie stehen oft in kleinen, dunklen Hütten oder sehr unscheinbar in der Nähe von Einkaufszentren. Sie gehören auch nicht unbedingt zu den Gegenständen, die in Verbindung mit Forschung oder dem Thema smarte Technologien gebracht werden: Altglascontainer. Dennoch hat sich ein Studierendenteam im Sommersemester 2020 im Rahmen des Co-Innovation Lab, ein übergreifendes Konzept für Innovationsprojekte von Studierenden mit Unternehmen, der Hochschule München mit diesen „unauffälligen Behältern“ intensiv beschäftigt.

Unternehmenspartner des Co-Innovation Lab für dieses Projekt ist das Münchner Startup LIV-T (nun FoxInsights). Das LIV-T-Team arbeitet an der Entwicklung von IoT-Sensoren für Altglascontainer, die die Logistik der Abfallentsorgungsunternehmen ins digitale Zeitalter bringen soll. Warum ist dies notwendig? Die zur Sammlung von Altglas aufgestellten Behältnisse werden in der Regel nach einem festgelegten Rhythmus geleert. Ist der Container jedoch bereits vor dem Termin voll, ärgert sich der umweltbewusste Nutzer und nimmt sein Altglas im Idealfall wieder mit nach Hause. Andere stellen die Gläser neben den Container. Das wiederum ärgert das Entsorgungsunternehmen. Nicht volle Container sind ebenso unerwünscht, da das Unternehmen sich diese Fahrt hätte sparen können. Das bisherige System ist teuer, ineffektiv und schlecht für die Umwelt. Durch den Einsatz von Füllstand-Sensoren in den Glascontainern kann die Füllhöhe in Echtzeit an das Abfallunternehmen gesendet werden, die Unternehmen können dann bequem die Daten per Webseite oder App in einem speziell entwickelten Interface abrufen. So können Routen automatisch optimiertet werden und unnötige Fahrten werden vermieden. Das steigert die Effizienz, spart Geld und schont die Umwelt.

Die Teilnehmer des Co-Innovation -Projektes bei der Abschlusspräsentation

Die Idee, dass auch Altglascontainer in baldiger Zukunft ein smartes Innenleben haben, rückte für das internationale Studierendenteam der Hochschule München Luisa Brück, Emanuel Joachims, David Fritschi, Thomas Lucero, Miro Sytelä und Jasemin Soganci in den Mittelpunkt ihrer praxisorientierten Ausbildung. Das Startup LIV-T stellte den Studenten im Rahmen des Co-Innovation Lab die konkrete Aufgabe, eine Markteintrittsstrategie zu erarbeiten. Unterstützt wurden sie dabei von Prof. Lars Brehm und Prof. Martin Delp, die das Projekt organisiert und von Seiten der Hochschule betreut hatten. Valentin Geiß, Marlene Piper und Sylvia Kerscher standen dem sechsköpfigen Studententeam auf Kundenseite zur Verfügung.

Um herauszufinden, was die potentiellen Entsorgungs-Kunden möchten und welche Probleme sie haben, führten die Studenten Experteninterviews mit großen deutschen Abfallunternehmen durch. Zusätzlich erstellten sie eine Markt- und Konkurrenzanalyse, um die Attraktivität des Marktes abzuschätzen und eine Markteintrittsstrategie zu entwickeln, die sich von den anderen Unternehmen im Markt differenziert. Aus den Erkenntnissen der Interviews wurde ein Pitchdeck für LIV-T und ein Prototyp des Interfaces entwickelt. Die Studenten nutzten zur Entwicklung und Darstellung ihrer Lösungsansätze und Ideen die Amazon Working Backwards Methode zur Entwicklung kundenzentrierter Lösung. Dabei wurden sie von Lars Schmitz von Amazon Web Services unterstützt.

„Durch das methodische Vorgehen und die strukturierte Arbeitsweise der Studenten war das Projekt ein voller Erfolg. Die Ergebnisse waren gut aufbereitet und werden als Basis für die Umsetzung eines neuen Use-Cases bei uns genutzt.“, fasste LIV-T die Arbeit des Studententeams zusammen. LIV-T möchte weiter an dem Use Case arbeiten und die Idee konkretisieren, um sie dann eventuell umzusetzen.

Für weitere Informationen über das Co-Innovation Lab, das Digital Transformation Lab (DTLab), die Hochschule und das Partner-Unternehmen:

Dieses Co-Innovation Lab Projekt wurde in Kooperation mit dem Digital Transformation Lab (DTLab) an der Hochschule München durchgeführt:
Das Digital Transformation Lab (DTLab) der Hochschule München widmet sich den großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Zusammen mit Akteuren im öffentlichen Sektor entwickeln Studierende zukunftsweisende Lösungsansätze. Hierbei werden sie von Amazon Web Services mit state-of-the-art Cloud-Technologien und der Innovationsmethodik Working Backwards unterstützt. Wir leben digitale Transformation.

Digitalisierung der Münchner Altkleidersammlung – Das Co-Innovation Lab macht Recycling fit für die Zukunft

Studierende der Hochschule München machen den Weg frei für die Digitalisierung in der städtischen Altkleidersammlung und ermöglichen planbares Recycling mithilfe des Internets der Dinge und künstlicher Intelligenz.

München: Die Studierenden auf Tuchfühlung mit der Altkleidersammlung. Wer Veränderung und Zukunftsfähigkeit erreichen möchte, muss sich selbst ins Feld der gegenwärtigen Situation begeben. Marlene Piper bei ihrer Begleitung der Altkleidersammlung.

Im Rahmen eines studentischen Beratungsprojektes des Co-Innovation Labs der Hochschule München entwickelte ein interdisziplinäres, studentisches Team ein ganzheitliches Konzept zur bedarfsgerechten Entleerung von Altkleidercontainern im Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM). Ziel war es, eine Optimierung des bislang starren Entleerungsplans herbeizuführen, in den die jeweiligen Entleerungsbedarfe der Container einfließen und damit eine verbesserte Qualität der Kleidung sowie eine effizientere Nutzung bestehender Ressourcen herbeizuführen. Damit stand es im Vordergrund, den Weg zur Digitalisierung mithilfe des Internets der Dinge (IoT) anzutreten und dadurch eine datenbasierte, bedarfsgerechte Planbarkeit mit einem digitalen Planungstool zu schaffen.

Das Team bestand aus Studierenden dreier Studiengänge der Hochschule München und gliederte sich auf in ein Beraterteam bestehend aus Mahboob Elahi Noor, Gilbert Muhumuza und Marlene Piper und einem Entwicklerteam bestehend aus den Wirtschaftsingenieurstudierenden Agnesa Xhemaili, Majlinda Sllamniku und Stefan An. Als Coaches standen Prof. Dr. Holger Günzel und Prof. Dr. Olav Hinz dem Team zur Seite.

Der Auftraggeber Rudolph Schmid (Fachbereichsleiter der Sperrmüll – und Depotcontainerabholung AWM) war beeindruckt von der Lösung, die abschließend präsentiert wurde: „Aus Sicht des Fachbereiches wurden alle Anforderungen an das Projekt, das in einer spannenden Präsentation vorgestellt wurde, übertroffen.“

Rote Karte für Plastik in der Biotonne

Mehr Effizienz durch digitale Prozessoptimierung für die Qualitätskontrollen von Biomülltonnen in der Stadt München


Der Abfallwirtschaftsbetrieb München – kurz AWM – (www.awm-muenchen.de) und das Co-Innovation Lab arbeiteten im Rahmen eines Beratungsprojektes an der Optimierung und Digitalisierung des Qualitätskontrollprozesses im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2019 zusammen. Mitte Dezember stellte das studentische Beraterteam aus den Studiengängen Applied Business Innovation und Digital Technology Entrepreneurship das finale Konzept der zweiten Werkleiterin Frau Schulz-Hammerl sowie am Projekt beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des AWM vor.

Qualitätskontrollen zur Verbesserung der Sortenreinheit

Eine aktuelle Herausforderung des AWM ist die teilweise niedrige Sortenreinheit der Bioabfälle in der Stadt München. Eine nachhaltige Weiterverarbeitung von Bioabfällen zu Biogas und wertvoller Pflanzenerde ist somit erschwert. Nur aus sauber getrennter und fremdstoffarmer Biomasse lassen sich wiederverwendbare Produkte herstellen. Seit einem Jahr werden stichprobenartig Qualitätskontrollen durchgeführt, mit dem Ziel den Fremdstoffanteil in den Biotonnen zu verringern. Der Kontrollprozess ist aktuell in einer Testphase und soll in Zukunft weiter ausgeweitet werden. In diesem Kontext wurde das Beraterteam von Herrn Dr. Paulus (AWM) beauftragt die Effizienz des Prozesses zu steigern und hierbei auch die verwendete Softwarelösung, welche aktuell zur Qualitätskontrolle eingesetzt wird, zu evaluieren.

Das Co-Innovation Lab war mit Senior Partner Prof. Dr. Holger Günzel und dem Beraterteam – Julia Froschmeier, Madeleine Walter und Ronald Kaweesi – vertreten. Darüber hinaus ergänzten drei Studenten des Wirtschaftsingenieurwesens – Daniel Gruber, Huihui Hu und Lukas Eichhorn – das Team und leisteten unter der Leitung von Herrn Prof. Dr.-Ing. Olav Hinz einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung eines Prototypen für eine neue Applikation.

Einen Tag unterwegs als Qualitätskontrolleur

Ein regnerischer Wintertag – 6:15 Uhr – normaler Arbeitsbeginn der Qualitätskontrolleure des AWM in München. Um den Prozess sowie die Schwachpunkte der Applikation zu verstehen, begleitete das Beraterteam die Kontrolleure bei deren Arbeitseinsatz. Die Studierenden wurden zunächst entsprechend für den Einsatz in den typischen Farben des AWM gekleidet. Während der Begleitung der Kontrolleure konnte das Beraterteam den Prozess praktisch erfassen sowie Optimierungspotenziale identifizieren. Gegen 10 Uhr hatten die Studierenden bei Kaffee und Pommes die Gelegenheit sich aufzuwärmen und die Qualitätskontrolleure zu deren Ansichten und Verbesserungsvorschlägen zu befragen. Hierbei bestätigte sich der Optimierungsbedarf der aktuell verwendeten Tablet-App.

Zielgerichtete Kontrollen mit Hilfe von Daten

Neben der Begleitung der Qualitätskontrolleure führte das Beraterteam Interviews, analysierte bereitgestellte Tools, Daten und Dokumente, um ein Gesamtbild der aktuellen Situation der Qualitätskontrolle zu erlangen. Darauf aufbauend erarbeitete das Beraterteam ein Konzept für einen effizienten und zielgerichteten Kontrollprozess, der mit Hilfe von Datenintegration und einer neuen Anwendung benutzerfreundlicher und intuitiver gestaltet wurde.

„Die Studierenden durchleuchteten mit großem Engagement vollumfänglich den Prozess der Qualitätskontrolle in kürzester Zeit und lieferten dem AWM einen umsetzbaren Lösungsvorschlag für die digitale Optimierung dieses Prozesses“, erklärte Herr Stutz vom Projektteam des AWM. “Besonders die lebendige Präsentation der Ergebnisse und die Prototypen einer Applikation und eines Dashboards hinterließen einen bleibenden positiven Eindruck bei uns.“

Software intuitiv verstehen

Im Rahmen des Co-Innovation Lab haben Studierende der Hochschule München und der Hochschule in Tampere (TAMK) in Finnland im Wintersemester 2019/2020 für die Münchener Netzwerk-Plattform mytaskey ein Konzept für einen Onboarding-Prozess entwickelt und umgesetzt.

Das Projektteam bestehend aus Dominik Karl, Saku Tynjälä, Jimi Savola, Toni Vänttinen, Lauri Laiho, Marina Bardelli, Theresa Schmidt und Katya Velichkova (v. l.) im finnischen Tampere.

Echter Mehrwert

Die Fragestellung des internationalen Projekts lag darauf, neuen Benutzern der Netzwerk- und Projektmanagementplattform in intuitiver Weise dabei zu helfen, möglichst schnell alle Funktionen der Software erkennen und verstehen zu können. „Mit den Ergebnissen und der Zusammenarbeit sind wir außerordentlich glücklich und die Ergebnisse sind für uns ein echter Mehrwert“, so der Gründer und Eigentümer von mytaskey Ulli Fischer. 

Interdisziplinäres und internationales Team

Dazu wandte er sich an die Studierenden Marina Bardelli (Business Analyst), Katya Velichkova (Scrum Master), Theresa Schmidt (Designerin) und Dominik Karl (Product Owner) von der Hochschule München. Die Masterstudierenden aus den Fakultäten Betriebswirtschaft – Applied Business Innovation und Digital Technology Entrepreneurship – und Design konnten in einem interdisziplinären Team mit fünf IT-Bachelor-Studierenden von der TAMK, bestehend aus Toni Vänttinen, Saku Tynjälä, Lauri Laiho, Jimi Savola und Jan-Sebastian Nystedt, in einem zehnwöchigen Zeitraum ein Onboarding-Konzept ausarbeiten und in Form eines voll funktionsfähigen Prototypen umsetzen.

Bewährtes Team im Hintergrund

Unterstützt wurden sie dabei von Prof. Dr.-Ing. Holger Günzel (Fakultät für Betriebswirtschaft), dem Lehrbeauftragten Hans-Jürgen Haak (Beratung und Mediation) und den beiden Dozentinnen Anne-Mari Sainio (Senior Lecturer) und Mira Grönvall (Head of Degree Programme) von der TAMK.

Mehr Informationen zur neuen Kompetenz-Matching App finden sich unter www.mytaskey.com.

Text / Foto(s): Marina Bardelli, Katya Velichkova,  Dominik Karl, Prof. Dr.- Ing. Holger Günzel Link zu HM News

Digitalisierung mit dem Menschen im Mittelpunkt

Das Franziskuswerk Schönbrunn arbeitet mit dem Co-Innovation Lab der Hochschule München an der Gestaltung seiner Kernprozesse, um die Potentiale einer übergreifenden Digitalisierung zu ermöglichen.

Kevin Kähn und Conrad Mages bei der Prozessanalyse (Bild: Co-Innovation Lab)

Franziskuswerk Schönbrunn

Das Franziskuswerk Schönbrunn (www.franziskuswerk.de), Tochterunternehmen der Viktoria-von-Butler-Stiftung, unterstützt Menschen mit geistiger Behinderung bei der Gestaltung ihres Lebens und schafft in Schönbrunn einen Raum für soziale Interaktion. Die Organisation steht derzeit, wie viele andere Unternehmen vor der Herausforderung der Digitalisierung. Gemeinsam mit dem Co-Innovation Lab (www.co-inno-lab.org) hat das Franziskuswerk Schönbrunn von Oktober bis Dezember 2019 ein initiales Projekt zur Einführung einer übergreifenden Softwarelösung  durchgeführt. Die zentrale Aufgabe lag darin, die Kernprozesse des Unternehmens zu diskutieren, um bereichsübergreifende Gemeinsamkeiten zu erkennen, aber auch zur Suche von Verbesserungsmöglichkeiten.

Erfolgreiche Kooperation durch eine persönliche Zusammenarbeit

Thomas Raudzus, Leiter der Organisationsentwicklung und IKT-Services im Franziskuswerk Schönbrunn, war in der Rolle des Auftraggebers und übernahm die kundenseitige Projektkoordination und Kommunikation. Zusammen mit „Bereichslotsen“ und den Verantwortlichen für die Einführung eines „Integrierten Managementsystems“, sodass ein erfolgreiches Projektmanagement umgesetzt werden konnte. Das Projektteam des Co-Innovation Labs bestand aus dem Coach Prof. Dr.-Ing. Holger Günzel sowie den Studierenden Kevin Kähn (Projektleiter), Maximiliane Brugger, Laureen Klingler und Conrad Mages. Gemeinsam wurden zahlreiche Interviews mit Mitarbeitern des Franziskuswerkes vorbereitet und durchgeführt, um eine vollständige Analyse der Kernprozesse zu realisieren.


Das Franziskuswerk Schönbrunn ist mit über 1.500 MitarbeiterInnen eine der größten Einrichtungen für Menschen mit geistigen Behinderungen im Landkreis Dachau in Bayern (Bild: Franziskuswerk Schönbrunn)

Noch mehr Zeit für das Wesentliche durch die Digitalisierung

Aus dem Beratungsprojekt resultierten im ersten Schritt eine übergreifende Diskussion der Kernprozesse und die Ableitung von hilfreichen Handlungsempfehlungen für das Team des Franziskuswerkes. Des Weiteren konnten Potentiale durch die Nutzung digitaler Tools festgestellt sowie Optimierungsmöglichkeiten während den Interviews identifiziert werden. Besonders eine selektive Automatisierung und Vereinfachung einzelner Prozesse könnte einen Mehrwert bieten, sodass Mitarbeiter des Franziskuswerks in der Zukunft mehr Zeit für die Arbeit mit Bewohnern und Beschäftigten der Werkstatt für Menschen mit Behinderung zur Verfügung haben.

Text: Kevin Kähn, Maximiliane Brugger, Laureen Klingler, Conrad Mages, Prof. Holger Günzel